Zusätzliche Betreuungsleistungen nach § 43b SGB XI

Pflegebedürftige Menschen mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, psychischen Erkrankungen oder geistigen Behinderungen im Sinne des § 84 und 85 SGB XI haben in der Regel einen erheblichen allgemeinen Beaufsichtigungs- und Betreuungsbedarf.

Ziel

Der Gesetzgeber hat uns mit dem § 43b SGB XI die Möglichkeit gegeben zusätzlich Betreuungskräfte einzusetzen, die in enger Kooperation und fachlicher Absprache mit den Pflegekräften und dem Pflegeteam die Betreuungs- und Lebensqualität unserer Heimbewohner verbessern, die infolge demenzbedingter Fähigkeitsstörungen, psychischer Erkrankungen oder geistiger Behinderung dauerhaft erheblich in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt sind und deshalb einen hohen allgemeinen Beaufsichtigungs- und Betreuungsbedarf haben. Ihnen soll durch mehr Zuwendung, zusätzliche Betreuung und Aktivierung eine höhere Wertschätzung entgegen gebracht werden, mehr Austausch mit anderen Menschen und mehr Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ermöglicht werden.

Aufgaben der zusätzlichen Betreuungskräfte

  1. Die zusätzlichen Betreuungskräfte sollen die betroffenen Pflegeheimbewohner betreuen und aktivieren. Dafür kommen Maßnahmen und Tätigkeiten in Betracht, die das Wohlbefinden, den physischen Zustand oder die psychische Stimmung des betreuten Menschen positiv beeinflussen können.
  2. Aufgabe der zusätzlichen Betreuungskräfte ist es, die betroffenen Heimbewohner zum Beispiel in folgenden Alltagsaktivitäten zu motivieren und sie dabei zu betreuen und zu begleiten:
    • Malen und basteln
    • handwerkliche Arbeiten und leichte Gartenarbeiten
    • Haustiere füttern und pflegen
    • kochen und backen
    • Anfertigung von Erinnerungsalben oder -ordnern
    • Musik hören, musizieren, singen
    • Brett- und Kartenspiele
    • Spaziergänge und Ausflüge
    • Bewegungsübungen und tanzen in der Gruppe
    • Besuch von kulturellen oder Sportveranstaltungen, Gottesdiensten und Friedhöfen
    • Lesen und Vorlesen
    • Fotoalben anschauen

    Die Betreuungskräfte sollen den Pflegeheimbewohnern für Gespräche über Alltägliches und ihre Sorgen zur Verfügung stehen, ihnen durch ihre Anwesenheit Ängste nehmen, sowie Sicherheit und Orientierung vermitteln. Betreuungs- und Aktivierungsangebote sollen sich an den Erwartungen, Wünschen, Fähigkeiten und Befindlichkeiten der Heimbewohner, unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Biographie, ggf. einschließlich ihres Migrationshintergrundes, dem Geschlecht sowie dem jeweiligen situativen Kontext orientieren.

  3. Zur Prävention einer drohenden oder einer bereits eingetretenen sozialen Isolation  sind Gruppenaktivitäten für die Betreuung und Aktivierung das geeignete Instrument. Die persönliche Situation der Heimbewohner, z.B. Bettlägerigkeit und ihre sozial-emotionale Bedürfnislage kann aber auch eine Einzelbetreuung erfordern.
  4. Die soziale Betreuung gehört zum Leistungsumfang unseres Altenpflegeheimes. § 43b SGB XI ermöglicht es uns, die Betreuung und Aktivierung der betroffenen Heimbewohner in einem definierten Umfang quantitativ zu verbessern. Um Versorgungsbrüche zu vermeiden ist die Tätigkeit der zusätzlichen Betreuungskräfte eng mit den Tätigkeiten der Pflegekräfte und anderen Mitarbeitern  des Pflegeheimes verknüpft. Zu den Aufgaben der zusätzlichen Betreuungskräfte gehören auch die Hilfen, die bei der Durchführung ihrer Betreuungs- und Aktivierungstätigkeiten unaufschiebbar und unmittelbar erforderlich sind, wenn eine Pflegekraft nicht rechtzeitig zur Verfügung steht.

 

 

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